In der Abwärtsspirale

8. Dez 2022
Yves Strub

Nach einer klaren 1:7-Pleite gegen Leader ULA muss sich Mittellands zweite Garde auch dem Tabellennachbarn aus Moutier beugen (1:3), womit man nun zum Tabellenschlusslicht verkommen ist. Die verhängnisvollen Partien zum Nachlesen im Doppel-Spielbericht.

Bereits vor dem Spiel war klar, dass nur eine perfekte Teamleistung gegen den souveränen Leader und Derbyrivalen aus Langenthal reichen würde, präsentierte sich dieser doch in ausgezeichneter Herbstform (u.a. 15:1 Sieg gegen Moutier).

So waren es auch die Langenthaler, welche zu Beginn das Spieldiktat an sich rissen und die Mittelländer immer wieder in der eigenen Hälfte einschnürten. Die Folge dieser Druckphase waren drei Treffer der Langenthaler zur 0:3-Pausenführung, bei welchen die gegnerischen Stürmer jeweils unbedrängt im Slot einschieben konnten. Die Mittelländer ihrerseits konnten bis zur Pause – abgesehen von einem Pfostenschuss durch Wälty – nichts Zählbares vorweisen.

Im zweiten Drittel gelang den Mittelländern was ihnen im 1. Drittel versagt blieb – ein Tor. Da es sich jedoch um ein unglückliches Eigentor handelte, hiess es 0:4 auf der Anzeigetafel. Das Spielgeschehen glich dem ersten Drittel mit einem druckvollen ULA und einem auf Konter lauernden Mittelland. Die Langenthaler erwiesen sich in dieser Phase des Spiels als kaltblütiger und erhöhten das Score auf 0:6. Kurz vor der Drittelsirene gelang jedoch Lukas Christen, mittels schönem Weitschuss, der Treffer zum 6:1, welcher wieder etwas Hoffnung auf ein Wunder zurückbrachte.

Diese Hoffnung wurde zu Beginn des dritten Drittels jedoch mit dem Langenthaler Treffer zum 1:7 jäh zerschlagen. In der Folge erspielten sich die Mittelländer durchaus Chancen, scheiterten jedoch am starken ULA-Schlussmann oder am eigenen Unvermögen. Dass es beim 1:7 Resultat blieb, war jedoch auch Wullschleger im Tor von UM zu verdanken, welcher die restlichen Langenthaler Abschlüsse auf sein Tor teils mirakulös abwehrte.

Das Schlussresultat widerspiegelte das Spielgeschehen ziemlich gut. Die Langenthaler waren den Oltnern technisch wie auch körperlich klar überlegen. Zum Glück sieht es auf dem Eis anders aus. 

---

Exakt sieben Tage später bot sich den Mittelländern die Chance zur Wiedergutmachung. Doch weit gefehlt: Die zweite Mannschaft von Unihockey Mittelland verliert gegen den Tabellennachbarn aus Moutier nach einem umkämpften Spiel mit 1:3 und befindet sich spätestens jetzt im Abstiegskampf.

Im Vergleich zum letzten Spiel gegen den Leader aus Langenthal wartete am Sonntagabend mit Moutier das vormalige Tabellenschlusslicht. Dass dies trotzdem eine schwierige Aufgabe für das Herren 2 werden würde, war aufgrund der vergangenen Partien gegen Moutier klar. So gestaltete sich die Partie von Beginn weg zäh und beide Teams neutralisierten sich weitestgehend ohne spielerische Glanzpunkte zu setzen. Während Mittelland versuchte das Spieldiktat an sich zu reissen, waren die kämpferischen „Noch-Berner“ vor allem mit schnellen Kontern gefährlich. Ein solcher Konter führte schliesslich auch zum 1:0-Führungstreffer durch Moutier.

Im zweiten Drittel gelang es den Mittelländern vermehrt vor dem gegnerischen Tor aufzutauchen und sich einige hochkarätige Chancen zu erspielen, welche jedoch alle – teilweise nonchalant – vergeben wurden. Der Gegner aus Moutier bestrafte dies mit dem 2:0, welches durch einen Aussetzer in der UM-Defensive ermöglicht wurde. Immerhin gelang UM durch U21-Verstärkung Elias Amstutz noch vor dem Pausentee der Anschlusstreffer.

Das knappe Resultat hielt auch im letzten Drittel lange bestand. Die Mittelländer bekundeten Mühe, sich in der Hälfte des Gegners festzusetzen und zwingende Torchancen zu kreieren. Zudem schwächten man sich durch drei unnötige Strafen in den letzten zehn Minuten selber, was sich durch den Treffer zum 1:3 rächte. Bei diesem Resultat blieb es bis zum Schluss.

Am Ende blieb die Ernüchterung, gegen einen Nachbarn aus dem Tabellenkeller eine unnötige Niederlage kassiert zu haben. Über weite Strecken war man zu ideenlos und offenbarte Abstimmungsprobleme, was aufgrund ständig wechselnder Linienkonstellationen (Absenzen sei Dank) nicht weiter verwundert. Spätestens mit dem Fassen der roten Laterne sollten beim Herren 2 die Alarmglocken läuten und der Turnaround eingeleitet werden – die Qualität im Kader wäre vorhanden.

Telegramme: 

Olten-Zofingen II – Unihockey Langenthal-Aarwangen II 1:7 (0:3, 1:3, 0:1)
Tore: 0:1 ULA, 0:2 ULA, 0:3 ULA, 0:4 ULA, 0:5 ULA, 0:6 ULA, 1:6 J. Christen (L. Christen), 1:7 ULA.
UM: Wullschleger; Wälty, Colombo; Herrmann, Haas; J. Christen, Widmer; Strub, Gaffuri, Meier; Schlegel, von Arx, Kupferschmid; L. Christen, Tschanz, Vezzaro; Schenker. Coach: Schilling.

Olten-Zofingen II – UC Moutier 1:3 (0:1, 1:1, 0:1)
Tore: 0:1 Moutier, 0:2 Moutier, 1:2 Amstutz (Haas), 1:3 Moutier.
UM: Wullschleger (ab 31. Schalk); Herrmann, Haas; Colombo, Wälty; Iseli; Strub, Gaffuri, Tschanz; Schlegel, von Arx, Kupferschmid; Schenker, Amstutz, Meier. Coach: Schilling.